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OTS: Verband der Chemischen Industrie (VCI) / Wirtschaftliche Lage der ...

12.07.18

Wirtschaftliche Lage der chemisch-pharmazeutischen Industrie 2018 /

Gute Zwischenbilanz - aber sorgenvoller Ausblick

Frankfurt/Main (ots) -

- Umsatz steigt im ersten Halbjahr um 5,5 %, Produktion legt um 5

% zu

- Prognose Gesamtjahr 2018: Produktionsplus von 3,5 % erreichbar

- Wirtschaftliche und politische Risikofaktoren häufen sich

- Bundeshaushalt und Erfahrungswerte sprechen für steuerliche

Förderung von FuE

Die Geschäfte der chemisch-pharmazeutischen Industrie verliefen im

ersten Halbjahr 2018 erfreulich, aber die Perspektive für den Rest

des Jahres ist verhaltener. Wie der Verband der Chemischen Industrie

(VCI) in seiner Halbjahresbilanz berichtet, erhöhte sich der Umsatz

von Januar bis Juni 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf

gut 100 Milliarden Euro. Die Produktion der drittgrößten Branche in

Deutschland legte insgesamt um 5 Prozent zu. Nicht alle Sparten

konnten von der guten Wirtschaftslage gleichermaßen profitieren,

stellt der VCI fest: Während Spezialchemikalien ein Produktionsplus

von 4,5 und Pharmazeutika sogar von über 11 Prozent erzielten, legte

die Produktionsmenge bei Petrochemikalien und Polymeren nur um 1,5

Prozent zu. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich leicht auf

455.200 Mitarbeiter (+0,5 Prozent).

Die Geschäftserwartungen der Branche haben sich inzwischen etwas

eingetrübt. Die Unternehmen blicken weniger optimistisch in die

Zukunft als noch zu Jahresbeginn, so der VCI. Wirtschaftliche und

politische Risikofaktoren häuften sich. Die Gefahr eines globalen

Handelskrieges zwischen den USA, China und der EU, die Folgen eines

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harten Brexits und die stürmische Ölpreisentwicklung gäben wenig

Anlass, auf eine Fortsetzung des Aufschwungs zu hoffen. "Das Tempo

des Wachstums hat nachgelassen, gleichzeitig haben die

konjunkturellen Risiken zugenommen. Der Gegenwind wird stärker",

bewertete VCI-Präsident Kurt Bock die Lage der Branche.

Prognose: In Erwartung einer schwächeren zweiten Jahreshälfte geht

der VCI für das Gesamtjahr 2018 von einem Produktionswachstum von 3,5

Prozent aus. Bei einem höheren Preisniveau von 1 Prozent dürfte der

Umsatz der Branche um 4,5 Prozent auf über 204 Milliarden Euro

zulegen.

Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung: Politische

Stellschraube für mehr Innovationen

Dass die Einschätzung der Unternehmen für das zweite Halbjahr

verhalten ausfällt, liegt aus Sicht des VCI auch daran, dass die

Bundesregierung den wachsenden konjunkturellen Risiken keine

positiven industriepolitischen Impulse für die Wirtschaft

entgegensetzt. Vor allem beim Thema Innovation bestehe

Handlungsbedarf. Deutschland brauche mehr Innovationstempo, so Bock,

um in einer Welt globalen Wettbewerbs durch hochwertige Arbeitsplätze

Wohlstand und Beschäftigung zu sichern. "Genauso wie bei Migration

und Integration oder demografischem Wandel geht es auch bei

Innovationsfähigkeit um die Zukunft unseres Landes. Das scheint bei

den politischen Prioritäten in Berlin aber immer mehr in den

Hintergrund zu rücken", kritisierte der VCI-Präsident.

Dies treffe zum Beispiel auf die Einführung einer steuerlichen

Förderung von Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland zu, für

die sich der VCI zusammen mit vielen anderen Wirtschaftsverbänden und

wissenschaftlichen Organisationen seit Jahren vergeblich einsetzt.

Fast alle Industrienationen der Welt - darunter große

Volkswirtschaften wie USA, Japan und Kanada - sowie 20 von 28 der

EU-Mitgliedstaaten gewähren inzwischen Unternehmen eine steuerliche

FuE-Förderung, um ihre Innovationskraft zu stärken.

Bei der Standortwahl für Investitionen in forschungsintensive

Projekte spielt dieses Kriterium eine erhebliche Rolle. Das zeigt die

Bilanz von Österreich: Mit einem Anteil von 3,14 Prozent der

FuE-Aufwendungen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) belegt die

Alpenrepublik inzwischen einen der vorderen Plätze in der EU für

Forschungsintensität - noch vor Deutschland (2,93 Prozent).

Österreich hat Anfang des Jahres wegen der erfolgreichen Wirkung des

Instrumentes auf Arbeitsplätze und Unternehmensansiedlungen die

Steuergutschrift um weitere 2 auf 14 Prozent der

Forschungsaufwendungen erhöht.

VCI-Präsident Bock forderte die Bundesregierung auf, im Herbst

einen konkreten Gesetzentwurf für eine steuerliche FuE-Förderung

vorzulegen. "Die Glaubwürdigkeit politischen Handelns steht hier auf

dem Spiel - nicht nur innerhalb unserer Branche", betonte er. Der

finanzielle Gestaltungsspielraum des Bundeshaushalts sei durch die

stark steigenden Steuereinnahmen in der Legislaturperiode so groß wie

nie zuvor.

Eine steuerliche Förderung ist ein wichtiges Instrument, um das im

Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel von 3,5 Prozent des BIP für die

Ausgaben von Forschung und Entwicklung bis 2025 in Deutschland zu

erreichen. Diese Messlatte bedeutet eine Kraftanstrengung für die

Wirtschaft: Sie bringt zwei Drittel aller finanziellen Mittel auf.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie trägt das 3,5-Prozent-Ziel

mit. Die Branche investiert derzeit jährlich knapp 11 Milliarden Euro

in die Forschung.

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von rund

1.700 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen

ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen

der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für

mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2017

über 195 Milliarden Euro um und beschäftigte rund 453.000

Mitarbeiter.

OTS: Verband der Chemischen Industrie (VCI)

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Telefon: 069 2556-1496

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