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OTS: Roderich Schätze / elumeo SE: Schmuckhändler stand vor ...

10.10.19

elumeo SE: Schmuckhändler stand vor Zahlungsunfähigkeit / Berliner

Sparkasse wollte Multimillionen-Kredit nicht verlängern / Wachsende

Skepsis bei elumeos Zulieferern / Aktionär fordert Sonderprüfer (FOTO)

Berlin / Bangkok (ots) -

Angesichts der jüngsten Enthüllungen über die Finanzlage des

deutschen Schmuckhandelskonzerns elumeo SE verstärkt der

Anker-Aktionär Ottoman Strategic Holdings (Suisse) S.A. erneut seine

Forderung nach einem Sonderprüfer, der die tatsächliche

wirtschaftliche Lage und die Entscheidungen des Managements unter

Verwaltungsratsvorsitzenden Wolfgang Boyé untersuchen soll. Nach

neuesten unternehmensinternen Informationen soll die elumeo SE kurz

vor der Zahlungsunfähigkeit gestanden sein, nachdem der

Hauptkreditgeber Berliner Sparkasse sich geweigert hatte, ein

millionenschweres Darlehen zur prolongieren. Inzwischen mehren sich

auch die skeptischen Stimmen von Zulieferern in Indien, die elumeo

nicht mehr als verlässlichen Handelspartner betrachten.

Im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Niedergang der

elumeo-Tochter PWK Jewellery Company in Thailand und dem Verlust von

über 600 Arbeitsplätzen, ermitteln die Polizeibehörden in Thailand

gegen die elumeo-Manager Bernd Fischer, Wolfgang Boyé and Thomas

Jarmuske. Auch die Staatsanwaltschaft in Berlin ermittelte gegen die

drei Manager, stellte dann aber die Ermittlungen ein. Derzeit prüft

jedoch die Generalstaatsanwaltschaft, ob das Ermittlungsverfahrenen

gegen die elumeo-Manager wieder aufgenommen werden soll. Elumeo muss

sich außerdem mit einer Multi-Millionen-Klage im Zusammenhang mit der

PWK-Affäre auseinandersetzen. In der Klage werden die elumeo-Manager

beschuldigt, bei PWK Schmuckwaren im Wert von über 30 Millionen Euro

bestellt und auch erhalten zu haben, für die sie allerdings nur einen

Bruchteil der Summe bezahlt haben. Dies führte laut Klage

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letztendlich zur Zahlungsunfähigkeit von PWK.

Inzwischen hat elumeo auch bei seinen Zulieferern von Schmuck und

Edelsteinen in Jaipur (Indien) massiv an Vertrauen verloren. Nachdem

elumeo SE seine schmuckherstellende Tochter PWK Jewellery Company in

Thailand an die Wand gefahren hatte, beschaffte sich der Berliner

Schmuckhandelskonzern nun Schmuckwaren und Edelsteine von Dritten,

darunter auch von Unternehmen in Jaipur (Indien). Dort allerdings

wächst angesichts der jüngsten Entwicklungen und Enthüllungen über

die wirtschaftliche Lage Skepsis gegenüber eluemo SE als

verlässlichen und liquiden Handelspartner. Diese Skepsis bekam der

strauchelnde CEO von elumeo, Ingo Stober, auf der vergangenen Hong

Kong Jewellery & Gem Fair auf seiner Suche nach Zulieferern massiv zu

spüren.

Im Sommer 2018 verschlechterte sich die Liquiditätslage sowohl bei

der Elumeo SE als auch bei der thailändischen PWK. Die Umsatzzahlen

brachen ein. Das elumeo-Management zeigte sich nicht in der Lage auch

nur annähernd so viele Schmuckstücke via TV und Internet zu

vertreiben wie prognostiziert. Ein durch die Berliner Sparkasse der

Elumeo SE gewährtes Millionen-Darlehen wurde seitens des

Kreditinstitutes zur Überraschung des elumeo-Managements nicht

verlängert. Das Unternehmen stand damit vor dem Aus.

Auch erwies sich angesichts der massiv sinkenden Umsätze der

elumeo SE, die weitaus weniger Schmuck über Vertriebskanäle wie

Juwelo TV verkauft als angekündigt, die Schmuckfertigungstochter PWK

Jewellery als Belastung für den Konzern, der das Unternehmen nun

gemeinsam mit den Arbeitern loswerden wollte. Dies war allerdings

nicht so einfach, da nach thailändischem Arbeitsrecht jeder

entlassene Mitarbeiter Anspruch auf eine gesetzliche Abfindung hat.

Angesichts der finanziell katastrophalen Situation und der drohenden

Insolvenz wollte elumeo diese Abfindungen für über 600 Mitarbeiter

vermeiden. Tatsächlich wies Bernd Fischer die PWK-Geschäftsführer

direkt an, "zu versuchen zu ermitteln, wie viel Personal/Kosten ohne

Abfindung reduziert werden könnten". Die Direktoren informierten

Fischer, dass dies in Thailand illegal sei. Unter den Mitarbeitern

der PWK Jewellery Company wird Bernd Fischer als "Architect of

Misery" bezeichnet.

Ein Kunstgriff, um die Bilanz der Elumeo SE zu verschönern, war

es, sich kurzerhand der hohen Schulden gegenüber der

(Enkel-)Tochtergesellschaft PWK zu entledigen. Dazu diente eine

zwischen dem (neu eingesetzten) Geschäftsführer der Silverline und

der Juwelo Deutsch-land GmbH (Juwelo - einer weiteren

Tochtergesellschaft der Elumeo SE) am 6.9.2018 vereinbarte

"Nachrangigkeitsabrede", die dazu führte, dass sämtliche über

Silverline weitergegebenen Forderungen der PWK an die Juwelo (bzw.

die Elumeo SE) konzernrechtlich auf unbestimmte Zeit nicht mehr

bedient zu werden brauchten.

Trotz der Nachrangigkeitsabrede, die dazu führte, dass nicht nur

alle alten Forderungen, sondern auch neu entstehende Forderungen der

PWK gegen die Firmen der Elumeo-Gruppe auf unabsehbare Zeit nicht

mehr bedient zu werden brauchten, bestellte am 17.9.2018 das

Verwaltungs-ratsmitglied Jarmuske für die Juwelo eine weitere

Schmucklieferung bei der PWK, die von Thailand aus am 24.9.2018 nach

Berlin geliefert und mit 347.408,78 Euro fakturiert wurden. Die

Schmucklieferung wurde durch die Juwelo in Empfang genommen, in der

Folge aber nicht bezahlt.

Rechtsanwalt Dr. Gerhard Strate dazu: "Dass es sich hierbei um

einen Betrug zum Nachteil der PWK handelt, liegt auf der Hand. Dass

diese Rechnung der PWK bis heute nicht bezahlt wurde, ist unstreitig.

Gegenteiliges behauptet auch nicht die Staatsanwaltschaft Berlin.

Die Ottoman Strategy Holdings weist darauf hin, dass sowohl das

Management von elumeo als auch Shareholder Frankfurt Performance

Management FPM unter Raik Hoffmann die Bestellung eines Sonderprüfers

in früheren Hauptversammlungen verhindert hatten, der das Geschäft

des Managements untersuchen sollte.

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Rechtsanwalt Roderich Schaetze

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phone: +49 89 2040026-20

e-mail: schaetze@schaetze.com

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