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OTS: Börsen-Zeitung / US-Banken in der besten aller Welten / Kommentar zu den ...

14.01.20

US-Banken in der besten aller Welten / Kommentar zu den Quartalszahlen

der US-Banken von Anne Sleegers

Frankfurt (ots) - Ups, sie haben es wieder getan. Wie bereits im dritten Quartal

haben die US-Finanzkonzerne J.P. Morgan und Citi auch im vierten Quartal die

Prognosen der Marktbeobachter übertroffen. Dabei waren die Erwartungen der

Analysten durchaus hoch gesteckt, nachdem sich im Jahresverlauf zunehmend

abgezeichnet hatte, dass die Geschäftsmodelle bestens geeignet sind, um

Handelskonflikt und Zinssenkung wegzustecken.

Als Universalbanken sind sowohl J.P. Morgan als auch Citi gleich in mehrfacher

Hinsicht Profiteure von "America First", dem Credo von US-Präsident Donald

Trump, das je nach Herkunft und Weltanschauung des Betrachters als Versprechen

oder Schlachtruf verstanden werden kann.

Eine historisch niedrige Erwerbslosenquote von 3,5% ist nicht nur geeignet, die

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Wahlversprechen des Präsidenten als erfüllt anzusehen, sondern beflügelt auch

die Konsumlaune und die Neigung, sich den Wunsch nach den eigenen vier Wänden zu

erfüllen. Das spiegelt sich in allen Bereichen des Privatkundengeschäfts wider,

das sowohl bei J.P. Morgan als auch bei Citi herausragend läuft. Die

US-Zinssenkung hat das Ihrige dazu getan, dass insbesondere das Geschäft mit

Konsumentenkrediten boomt. Laut einer Studie der Notenbank summieren sich die

2019 ausgereichten Kredite der 25 größten US-Kreditinstitute per Ende Dezember

auf 1,2 Bill. Dollar, was im Vergleich zum Vorjahr einem Zuwachs um 13%

entspricht. Auch das Kreditkartengeschäft blüht.

Nicht weniger rund läuft es im Investment Banking. Die robuste Konjunktur und

anhaltende Spannungen mit China machen die USA für Investoren aus aller Welt zum

derzeit attraktivsten Zielland für Firmenübernahmen - da liegt es nahe,

US-Banken zu mandatieren, die nicht nur global die Top-Adressen sind, sondern

auch über die besten lokalen Marktkenntnisse verfügen. Im Wertpapierhandel

werden die starken Ergebnisse im Schlussquartal zusätzlich aufgehübscht vom

Basiseffekt, der aus dem Ausverkauf an den Weltbörsen im Vorjahresquartal

resultiert.

Von allzu langer Dauer wird die beste aller Welten für die US-Banken nicht sein.

Stottert der Konjunkturmotor und zeigt die Kreditkarte ihr wahres Gesicht als

Überschuldungsfalle für Privathaushalte, wird Risikovorsorge die Gewinne

unweigerlich schmälern oder aufzehren. Der unter Trump eingeleitete Trend zur

Deregulierung mag den Banken vorübergehend dabei helfen, die Folgen eines

Abschwungs abzufedern - auf lange Sicht kann er sie in die nächste Krise führen.

(Börsen-Zeitung, 15.01.2020)

Pressekontakt:

Börsen-Zeitung

Redaktion

Telefon: 069--2732-0

www.boersen-zeitung.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/30377/4492045

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