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Wieder mehr Corona-Neuinfektionen in Russland

23.05.20

MOSKAU (dpa-AFX) - In Russland ist die Zahl neuer Corona-Fälle wieder gestiegen. Die Behörden in Moskau meldeten am Samstag mehr als 9400 Neuinfektionen. In den Tagen zuvor war die Marke von 9000 nicht mehr überschritten worden. Damit haben sich landesweit mehr als 335 800 Menschen nachweislich angesteckt. 3388 Patienten starben mit dem Virus. Nach Erhebungen der US-Universität Johns Hopkins liegt Russland bei den registrierten Infizierten etwa gleichauf mit Brasilien. Experten gehen jedoch von hohen Dunkelziffern aus.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht Südamerika mittlerweile als das "neue Epizentrum der Krankheit" an. Die weltweit meisten Erkrankungen gibt es nach wie vor in den USA, wo laut Hopkins Uni rund 1,6 Millionen Infizierte registriert sind.

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In Russland ist die Millionenmetropole Moskau besonders schwer betroffen. Am Samstag kamen dort 3190 Neuinfektionen hinzu, obwohl dort seit Wochen strenge Ausgangssperren gelten. Die Behörden wollen nun mit Massentests auf Antikörper einen besseren Überblick über den Verlauf des Ausbruchs bekommen. Seit einer Woche wurden nach Angaben der Stadtverwaltung vom Samstag gut 50 000 Menschen getestet. Bei 12,5 Prozent von ihnen seien Antikörper festgestellt worden.

Bestimmte Antikörper im Blut sind ein Hinweis darauf, dass der Betreffende bereits mit dem Virus infiziert wurde und wahrscheinlich zumindest für einige Zeit immun dagegen ist. Bei den derzeit verfügbaren Antikörper-Tests ist allerdings vielfach ein Problem, dass sie auch bei einer zurückliegenden Infektion mit anderen Coronaviren reagieren.

In vielen Teilen Russlands dürfen die Menschen nur noch mit Mund- und Nasenschutz sowie Handschuhen einkaufen gehen und Bus und Bahnen nutzen. Menschen über 65 Jahre und mit Vorerkrankungen dürfen die Wohnung nicht verlassen. Ähnliches gilt für Corona-Patienten, die ihre Krankheit zu Hause auskurieren. Die Behörden in den Vororten von Moskau verhängen Medienberichten zufolge bei Verstößen nicht nur Bußgelder. Betroffene müssten als Strafe auch in Kliniken arbeiten./cht/DP/stk


                                                                                                                        

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