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DGAP-News: Ausblick 2019: Zeit für Fiskalpolitik naht (deutsch)

14.02.19

Ausblick 2019: Zeit für Fiskalpolitik naht

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DGAP-News: Union Investment / Schlagwort(e): Marktbericht

Ausblick 2019: Zeit für Fiskalpolitik naht (News mit Zusatzmaterial)

14.02.2019 / 12:35

Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

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* Konjunkturelle Dynamik weltweit gesunken

* Deutschland besonders betroffen

* Straffungsdruck auf Notenbanken sinkt

* Begrenztes Potenzial in den meisten Assetklassen

Frankfurt am Main, 14. Februar 2019 - Weltweit hat die Wachstumsdynamik

zuletzt nachgelassen. "Deutschland ist von der Verlangsamung besonders

betroffen, denn hier kommen fast alle Belastungsfaktoren zusammen", sagt

Jens Wilhelm, Vorstand bei Union Investment und zuständig für

Portfoliomanagement sowie Immobilien. Zwar rechnet er nicht mit einer

Rezession, plädiert aber für Gegenmaßnahmen. "Die Zeit für fiskalpolitisches

Gegenlenken naht." Anlegern rät Wilhelm in dieser Lage zu einem aktiven,

selektiven Vorgehen.

Am aktuellen Rand ist die konjunkturelle Dynamik nach Einschätzung Wilhelms

deutlich zurückgegangen: "Sowohl unsere Frühindikatoren als auch die

Echtzeitberechnungen weisen auf eine stark gedämpfte Wirtschaftsaktivität

hin." Die Gründe dafür reichen nach Meinung des Kapitalmarktstrategen von

einschlägigen Branchenthemen, wie etwa den Problemen der Autoindustrie, über

Wettereffekte bis hin zur Schwäche im Welthandel. "Deutschland ist dabei

besonders betroffen", analysiert Wilhelm und verweist auf die zuletzt

äußerst schwache Industrieproduktion hierzulande. Er rät daher zu

fiskalpolitischen Maßnahmen, um der Eintrübung zu begegnen. "Jetzt bietet

sich die Gelegenheit, Konjunktur- und Strukturpolitik sinnvoll zu vereinen.

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Bei den immer noch sehr niedrigen Zinsen kann der Staat die offensichtlichen

Defizite bei der Infrastruktur in Deutschland mit niedrigem finanziellen

Einsatz beheben und gleichzeitig der zyklischen Schwäche wirkungsvoll

begegnen", skizziert Wilhelm die Vorteile.

Weltwirtschaftswachstum flacht ab

Nach Prognosen von Union Investment dürfte sich das Wirtschaftswachstum in

Deutschland 2019 auf 0,8 Prozent belaufen, ein spürbarer Rückgang im

Vergleich zum Vorjahreswert von 1,5 Prozent und den 2,5 Prozent von 2017.

Auch für die Eurozone wird mit einem geringeren Zuwachs des

Bruttoinlandsprodukts (BIP) gerechnet. "Wir erwarten eine Verlangsamung des

BIP-Wachstums im Euroraum auf 1,1 Prozent. Das ist noch keine Rezession,

aber ein herber konjunktureller Rückschlag", sagt Wilhelm. In den übrigen

Weltregionen dürfte das Wachstum zwar ebenfalls zurückgehen, aber nicht in

gleichem Maße. "Die USA sind eine stark binnenorientierte Volkswirtschaft",

verweist er beispielhaft auf die Vereinigten Staaten. "Daher schlägt der

schwache Welthandel dort weniger durch, zumal die Trump'schen Steuerreformen

noch ihre letzten Wirkungen entfalten werden." Der Vorstand rechnet daher

mit einem moderaten Rückgang des BIP-Wachstums von 2,8 Prozent (2018) auf

2,4 Prozent (2019).

Niedrige Inflation nimmt Druck von der Geldpolitik

Die schwächeren Wirtschaftsdaten nehmen nach Einschätzung Wilhelms in

Verbindung mit der nach wie vor geringen Inflation den Straffungsdruck von

den Notenbanken. Zwar hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Dezember

zum vierten Mal im Jahr 2018 die Leitzinsen erhöht. Nach Ansicht des

Kapitalmarktstrategen steht aber fest: "In diesem Tempo wird die Fed nicht

weitermachen. Die Währungshüter werden den Autopilot ausschalten und ihren

Kurs stattdessen stärker von der Datenlage abhängig machen." Im Ergebnis

erwartet Wilhelm für 2019 noch maximal zwei Leitzinsanhebungen. "Im März

wird nichts kommen", prognostiziert er.

Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnet Wilhelm ebenfalls mit einem

vorsichtigeren Vorgehen: "Die EZB will weiter ihre Geldpolitik

normalisieren. Allerdings stehen die Konjunkturschwäche und die politischen

Risiken diesem Ziel entgegen." Daher rechnet Wilhelm erst gegen Jahresende

2019 mit ersten Maßnahmen wie einer Anhebung des Einlagezinses.

"Soft put" der Fed stützt und begrenzt Aktienmärkte zugleich

Mit Blick auf den Kapitalmarkt sieht Wilhelm begrenztes Potenzial bei den

meisten Anlageklassen: "Nach dem scharfen Abverkauf Ende 2018 haben die

globalen Aktienmärkte das Börsenjahr 2019 mit einer Aufholrallye begonnen,

das Umfeld bleibt herausfordernd." Stützend dürften nach Einschätzung des

Kapitalmarktstrategen die immer noch gute Gewinnlage bei den Unternehmen

sowie die angepasste Politik der US-Notenbank wirken. "Mit ihrem neuen Kurs

hat die Fed einen ,soft put' ausgesprochen", erklärt er. "Das wird die

Aktienmärkte einerseits stützen, begrenzt aber andererseits auch das

Potenzial." Denn sollte sich das Konjunkturbild durchgreifend bessern,

dürfte die Notenbank wieder auf ihren ursprünglichen Pfad der Straffung

zurückkehren und dem Aktienmarkt den Stimulus somit wieder entziehen. Im

Ergebnis sieht Wilhelm die weltweiten Aktienmärkte in den kommenden Monaten

seitwärts tendieren.

Emerging Markets wieder chancenreicher

An den Rentenmärkten rechnet Wilhelm ebenfalls in den kommenden Monaten mit

wenig Bewegung. "Der flachere Zinspfad von Fed und EZB wird das

Aufwärtspotenzial der Renditen von Bundesanleihen und US-Treasuries

deckeln", meint er und erwartet bei zehnjährigen deutschen Staatspapieren

eine Rendite von 0,6 Prozent zum Jahresende bzw. 2,8 Prozent bei

laufzeitengleichen US-Titeln. Hingegen sind seiner Einschätzung nach Anlagen

in den Emerging Markets wieder interessanter geworden. Auch in den

Rentensegmenten mit Renditeaufschlag haben sich die Perspektiven etwas

verbessert.

Spätzyklisches Umfeld bestimmt die Geldanlage

"Wir bleiben in einem spätzyklischen Umfeld mit schwachem, aber immerhin

positivem Wachstum", erläutert Wilhelm die Rahmenbedingungen für 2019. Zudem

rechnet er nach wie vor mit einem schwankungsintensiven Kapitalmarktbild,

nicht zuletzt aufgrund der politischen Unsicherheitsfaktoren rund um Brexit,

US-Haushaltsdebatte und Handelsstreit. "Das Potenzial bleibt in den meisten

Assetklassen begrenzt. Aktivität und Selektion sind in einem solchen Umfeld

Trumpf", resümiert er.

Bei Rückfragen:

Pressestelle, Dr. Sinan York Temelli

Tel.: (0 69) 25 67 - 29 35 * Mail: sinanyork.temelli@union-investment.de

Union Asset Management Holding AG, Weißfrauenstraße 7, 60311 Frankfurt am

Main

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Zusatzmaterial zur Meldung:

Dokument: http://n.eqs.com/c/fncls.ssp?u=HBXHCSWSQF

Dokumenttitel: Charts Marktausblick 2019

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14.02.2019 Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht,

übermittelt durch DGAP - ein Service der EQS Group AG.

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