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15.04.19

Börsen-Zeitung: Marcus und Goliath / Kommentar zu den

Quartalsergebnissen der US-Großbanken von Stefan Paravicini

Frankfurt (ots) - Die US-Banken haben zum Jahresauftakt kräftig

Geld verdient. Mehr als 20 Mrd. Dollar Gewinn stehen nach den ersten

drei Monaten allein bei den Schwergewichten J.P. Morgan Chase, Citi

und Wells Fargo zu Buche. Der Branchenprimus schaffte mit mehr als

9 Mrd. Dollar den bisher größten Quartalsgewinn einer US-Bank

überhaupt. Aber auch Citi und Wells Fargo haben mit ihren

Ergebniszuwächsen die Erwartungen übertroffen, die in den vergangenen

Wochen allerdings deutlich zurückgenommen wurden.

Goldman Sachs schaffte es unter dem Strich ebenfalls über die

Analystenschätzungen. Der Gewinn der Investmentbank ist wegen des

branchenweit schwächelnden Geschäfts im Handel mit Aktien und

festverzinslichen Wertpapieren allerdings um mehr als ein Fünftel

eingebrochen. Die Flaute im Handel, vor der die Wall-Street-Banken

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seit Wochen unisono gewarnt hatten, dürften Bank of America und

Morgan Stanley, die heute ihre Ergebnisse nachreichen, ebenfalls

gespürt haben. Doch Goldman ist im Vergleich zur Konkurrenz auch zehn

Jahre nach der Finanzkrise besonders stark von diesem Geschäft

abhängig.

Das ist ein Teil des Vermächtnisses von Lloyd Blankfein, der die

Bank vor allem gestützt auf den Handel von Anleihen, Währungen und

Rohstoffen zeitweise zur profitabelsten Adresse an der Wall Street

machte. Auf dem Höhepunkt 2009 trug dieses Geschäft mehr als 20

Mrd. Dollar und damit rund die Hälfte der Erträge bei. Im vergangenen

Jahr waren es gut 5 Mrd. Dollar oder ein Zehntel der Erträge von

Goldman Sachs.

Der neue CEO, David Solomon, der die Verantwortung im Herbst

übernommen hat, stellt alle Geschäfte auf den Prüfstand, wobei der

Handel mit festverzinslichen Wertpapieren besonders im Fokus steht.

Die Vorgabe sieht ähnlich wie bei Morgan Stanley aus, die das

Geschäft in den vergangenen Jahren sukzessive verschlankt und

profitabler gemacht hat. Parallel dazu setzt Solomon mit Goldman auf

den Ausbau ihrer noch jungen Verbrauchersparte.

Das Geschäft mit Einlagen und Krediten der nach Firmengründer

Marcus Goldman benannten Online-Bank "Marcus" hat im ersten Quartal

immerhin bereits einen Nettozinsertrag von 835 Mill. Dollar und damit

51% mehr als im Vergleichszeitraum beigetragen. Eine Kreditkarte,

die die Bank zusammen mit Apple auf den Markt bringt, soll

zusätzliches Wachstum bringen. Der Nettozinsertrag von J.P. Morgan,

deren Erträge im Handel zum Auftakt ebenfalls eingebrochen sind, lag

im ersten Quartal bei 14,5 Mrd. Dollar.

OTS: Börsen-Zeitung

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Telefon: 069--2732-0

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