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Delivery Hero Aktie: Everyday App, Milliarden-Fantasie und Schuldenabbau - Warum die Story neu geschrieben wird

26.03.26 - aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) -

Delivery Hero: Zwischen Turnaround-Hoffnung und globalem Plattformspiel



Delivery Hero SE (ISIN: DE000A2E4K43, WKN: A2E4K4, Ticker-Symbol: DHER) ist zurück im Rampenlicht der Investoren ? und diesmal geht es nicht nur um Wachstum, sondern um etwas deutlich Entscheidenderes: Profitabilität, Cashflow und strategische Disziplin.

Der aktuelle Kurs auf Xetra liegt bei 15,68 Euro, ein Minus von rund 1%. Doch wie so oft bei spannenden Wachstumsstories sagt die Momentaufnahme wenig über das eigentliche Potenzial aus. Viel entscheidender ist die Frage, ob Delivery Hero gerade den Übergang von einem aggressiven Expansionsmodell zu einem nachhaltig profitablen Plattformunternehmen schafft.

Die jüngsten Zahlen sprechen eine klare Sprache. Delivery Hero SE, die weltweit führende lokale Lieferplattform, hat heute ihre geprüften Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Das Unternehmen bestätigte seine starke Performance im Geschäftsjahr 2025 und verzeichnete ein anhaltend hohes Wachstum, eine verbesserte Profitabilität und Fortschritte bei der Cash-Generierung. Diese Entwicklung unterstreicht ? zusammen mit der am 23. März bekannt gegebenen Vereinbarung über den Verkauf des Essensliefergeschäfts in Taiwan ? den Fokus des Unternehmens auf eine disziplinierte Kapitalallokation sowie sein Vertrauen in den Ausblick für 2026. Genau hier beginnt die eigentliche Investmentstory. Delivery Hero ist nicht mehr nur ein Lieferdienst. Es ist ein Unternehmen im Wandel ? von einem volumengetriebenen Wachstumsplayer hin zu einer Plattform mit struktureller Ertragskraft.

Die große Transformation: Von Food Delivery zur Everyday App



Delivery Hero wandelt sich von einer Plattform für Essenslieferungen zu einer Everyday App, indem sie das Kundenangebot verbessert und weitere Produktbereiche wie Lebensmittel, Haushaltsartikel sowie Health- und Beautyprodukte anbietet. Dadurch kann das Unternehmen im Laufe des Tages besser auf Kundenbedürfnisse eingehen und zusätzliche Umsatz- und Ertragsmöglichkeiten erschließen. Das klingt zunächst nach Marketing ? ist aber in Wahrheit ein fundamentaler Strategiewechsel. Während klassische Essenslieferungen stark auf bestimmte Tageszeiten fokussiert sind, erweitert Delivery Hero mit Quick Commerce und neuen Kategorien die Nutzung auf den gesamten Tagesverlauf. Und genau hier entstehen die entscheidenden Effekte. Kunden, die mehrere Kategorien nutzen, geben im Durchschnitt ein Vielfaches aus. Die Plattform wird häufiger genutzt, die Warenkörbe werden größer, die Logistik effizienter ausgelastet. Im Jahr 2025 stieg das bereinigte EBITDA im Vergleich zum Vorjahr um 30 % auf 903 Millionen Euro, was auf eine verstärkte Nutzung in unterschiedlichen Bereichen zurückzuführen war, die zu einer höheren Bestellhäufigkeit und einer verbesserten Kosteneffizienz führte. Besonders spannend ist die Dynamik im Quick-Commerce-Bereich. Der Bruttowarenwert stieg um mehr als 30 % auf über 7,5 Milliarden Euro. Für 2026 wird ein weiterer Sprung auf rund 10 Milliarden Euro erwartet. Das ist kein kleines Zusatzgeschäft mehr ? das ist ein zweites Standbein. CEO Niklas Östberg bringt es auf den Punkt: Die Strategie der Everyday App gehe auf. Mehr Kategorien führen zu mehr Bestellungen, größeren Warenkörben und besseren Unit Economics. Genau das ist die Formel, die Investoren hören wollen.

Profitabilität und Cashflow: Die neue Währung der Delivery Hero Story



Lange Zeit wurde Delivery Hero vor allem an Wachstum gemessen. Jetzt verschiebt sich der Fokus ? und das ist ein entscheidender Wendepunkt. CFO Marie-Anne Popp betont, dass das Unternehmen im Jahr 2025 erhebliche Fortschritte bei der Profitabilität und beim Free Cashflow erzielt habe. Der Free Cashflow vor Sondereffekten stieg um 15 % auf 250 Millionen Euro und war damit das zweite Jahr in Folge positiv. Für 2026 setzt sich das Unternehmen ambitionierte Ziele: ein bereinigtes EBITDA zwischen 910 und 960 Millionen Euro sowie ein Free Cashflow von mehr als 200 Millionen Euro. Das bedeutet: Delivery Hero ist nicht mehr nur ein Wachstumsversprechen ? es ist auf dem Weg zu einem Cashflow-generierenden Plattformgeschäft.

Strategische Prüfung und Taiwan-Verkauf: Kapitaldisziplin wird sichtbar



Ein besonders wichtiger Baustein der aktuellen Story ist die strategische Prüfung des Konzerns. Die Vereinbarung über den Verkauf des foodpanda-Geschäfts in Taiwan an Grab für 600 Millionen US-Dollar zeigt, dass Delivery Hero bereit ist, Assets aktiv zu monetarisieren. Es ist bereits die fünfte Asset-Monetarisierung. Und sie sendet ein klares Signal: Wachstum um jeden Preis gehört der Vergangenheit an. Stattdessen rückt Kapitaldisziplin in den Fokus. Die Erlöse sollen gezielt eingesetzt werden ? zur Schuldentilgung, zur Verbesserung der Kapitalstruktur und zur Reduzierung von Zinskosten. Gleichzeitig wird deutlich, dass das Management den Konzern aktiv neu ausrichtet und dabei auch unbequeme Entscheidungen trifft. Für Investoren ist das ein positives Zeichen.

Bilanz und Finanzierung: Stabilisierung als Schlüsselthema



Die Finanzstruktur war lange ein Kritikpunkt bei Delivery Hero. Doch auch hier gibt es Fortschritte. Der pro-forma Barmittelbestand liegt bei 2,7 Milliarden Euro. Hinzu kommt eine neue Term-Loan-Fazilität über 1,4 Milliarden US-Dollar. Diese verlängert die Laufzeiten der Verbindlichkeiten deutlich und reduziert kurzfristigen Refinanzierungsdruck. Gleichzeitig plant das Unternehmen, Wandelschuldverschreibungen zurückzukaufen und Schulden zu tilgen. Das Ziel ist klar: eine robustere Bilanz, geringere Zinslast und mehr finanzielle Flexibilität. Für Anleger ist das entscheidend. Denn eine starke Bilanz ist die Grundlage für jede langfristige Investmentstory.

Aktuelle Analysten zu Delivery Hero ? sortiert nach Aufwärtspotenzial



1) Jurgen Kolb, Kepler Capital ? Kursziel: 48,5 Euro ? Aufwärtspotenzial: 208,33% ? Rating: Buy

Kolb gehört klar zum bullishen Lager. Sein extrem hohes Kursziel signalisiert Vertrauen in eine fundamentale Neubewertung der Aktie. Die Argumentation: Delivery Hero steht am Beginn einer strukturellen Wende, bei der Profitabilität, Cashflow und Plattformeffekte gleichzeitig greifen.

2) Andrew Ross, Barclays ? Kursziel: 36,9 Euro ? Aufwärtspotenzial: 134,58% ? Rating: Buy

Barclays sieht erhebliches Potenzial in der operativen Verbesserung und der strategischen Fokussierung. Besonders die Fortschritte bei Profitabilität und Cashflow stützen die positive Einschätzung.

3) Joseph Barnet-Lamb, UBS ? Kursziel: 32 Euro ? Aufwärtspotenzial: 103,43% ? Rating: Buy

UBS betont vor allem die Skaleneffekte der Plattform sowie die Chancen der Everyday App. Die Monetarisierung über mehrere Kategorien wird als zentraler Wachstumstreiber gesehen.

4) Giles Thorne, Jefferies ? Kursziel: 32 Euro ? Aufwärtspotenzial: 103,43% ? Rating: Buy

Jefferies argumentiert ähnlich: Die Kombination aus Wachstum, Effizienzsteigerung und strategischer Neuausrichtung könnte zu einer deutlichen Neubewertung führen.

5) Annick Mass, Bernstein ? Kursziel: 26 Euro ? Aufwärtspotenzial: 65,29% ? Rating: Buy

Bernstein bleibt positiv, sieht aber moderateres Potenzial. Die Analystin verweist auf Fortschritte bei Profitabilität, warnt jedoch implizit vor verbleibenden Risiken.

6) Luke Holbrook, Morgan Stanley ? Kursziel: 24 Euro ? Aufwärtspotenzial: 52,57% ? Rating: Buy

Morgan Stanley sieht Delivery Hero als gut positioniert, betont aber die Bedeutung konsequenter Umsetzung der Strategie.

7) Marcus Diebel, J.P. Morgan ? Kursziel: 28 Euro ? Aufwärtspotenzial: 78,00% ? Rating: Buy

J.P. Morgan hebt die Fortschritte bei Cashflow und Kapitaldisziplin hervor und sieht darin einen wichtigen Bewertungshebel.

8) Silvia Cuneo, Deutsche Bank ? Kursziel: 21 Euro ? Aufwärtspotenzial: 33,50% ? Rating: Hold

Die Deutsche Bank bleibt vorsichtig. Zwar werden Fortschritte anerkannt, doch die Bewertung erscheint noch nicht eindeutig attraktiv genug für ein klares Kaufvotum.

9) Xavier Le Mene, Bank of America ? Kursziel: 19 Euro ? Aufwärtspotenzial: 20,79% ? Rating: Sell

Bank of America bleibt skeptisch und verweist auf strukturelle Risiken sowie die Unsicherheit bei der nachhaltigen Profitabilität.

10) Monique Pollard, Citi ? Kursziel: 19 Euro ? Aufwärtspotenzial: 20,79% ? Rating: Sell

Citi sieht ebenfalls Risiken in der Umsetzung der Strategie und in der Kapitalintensität des Geschäftsmodells.

Chancen der Delivery Hero Aktie



- Die Transformation zur Everyday App eröffnet neue Umsatzquellen und steigert die Nutzungshäufigkeit
- Die deutliche Verbesserung der Profitabilität stärkt das Vertrauen in das Geschäftsmodell
- Der positive Free Cashflow signalisiert finanzielle Stabilität
- Die Monetarisierung von Assets zeigt Kapitaldisziplin
- Starke Position in Wachstumsregionen wie Asien und MENA

Risiken der Delivery Hero Aktie



- Hohe Kapitalintensität und Investitionsbedarf bleiben bestehen
- Wettbewerbsdruck im Liefer- und Quick-Commerce-Markt
- Unsicherheit bei der langfristigen Margenentwicklung
- Abhängigkeit von makroökonomischen Faktoren
- Umsetzung der Strategie bleibt entscheidend

Fazit: Delivery Hero bleibt eine der spannendsten Turnaround-Stories Europas



Delivery Hero steht an einem entscheidenden Punkt. Die Fortschritte bei Profitabilität, Cashflow und Kapitalstruktur sind real ? und sie verändern die Wahrnehmung des Unternehmens fundamental. Gleichzeitig bleibt die Story komplex. Hohe Investitionen, intensiver Wettbewerb und operative Risiken sind weiterhin Teil des Gesamtbildes. Doch genau diese Mischung macht die Aktie so interessant. Wer an die erfolgreiche Umsetzung der Strategie glaubt, findet hier eine der spannendsten Wachstums- und Turnaround-Chancen im europäischen Tech-Sektor.

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Autor: Redaktion, aktiencheck.de
Veröffentlicht am: 26. März 2026

Disclaimer

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien unterliegen Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für etwaige Entscheidungen auf Basis dieses Artikels. (26.03.2026/ac/a/d)

                                                                                                                        

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