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07.05.26

APA ots news: eFuels, Verbrenner-Aus und Europas Industrie-Zukunft: Experten fordern Kurskorrektur bei EU-Autopolitik

Die EK bekannte sich zwar zur Technologieoffenheit, die

Inhalte zielen aber in die Gegenrichtung

Wien (APA-ots) - Die Vorschläge der Europäischen Kommission zum neuen

Automotiv-Paket

stoßen in Wirtschaft und Wissenschaft auf Kritik. Kritisiert wird vor

allem, dass die Vorschläge der Kommission keine tatsächliche Abkehr

vom "Zero-Emission-Ansatz" erkennen lassen. Die EK bekannte sich zwar

zur Technologieoffenheit, die Inhalte zielen aber in die

Gegenrichtung. Im Rahmen einer exklusiven Medienrunde am 5. Mai 2026

in Wien sowie der darauffolgenden "Energy Transition Innovation

Talks" am 6. Mai 2026 brachten hochkarätige Expert:innen ihre

Positionen in die aktuelle Diskussion ein - und ordneten die

zentralen Streitpunkte strategisch ein.

Zwtl.: Wissenschaft sieht Defizite im EU-Ansatz

Christian Beidl, Leiter am Institut für

Verbrennungskraftmaschinen und Fahrzeugantriebe an der TU Darmstadt,

formuliert das aktuelle Dilemma so: " Leider erleben wir eine

polarisierte unsymmetrische Diskussion zu E-Mobilität. Aber E-

Antriebe und Verbrennungsmotoren ergänzen sich. Ohne speicherbare

grüne Moleküle gibt es in Zukunft kein stabiles Energiesystem und

ohne Technologievielfalt keine Resilienz. " Eine Überarbeitung des

Automotiv-Pakets sei daher entscheidend für Europas Zukunft. Unter

anderem fordert er, dass Fahrzeuge, die mit nachhaltigen Kraftstoffen

betrieben werden, hinsichtlich ihrer Klimawirkung gleichwertig zu E-

Fahrzeugen behandelt werden müssen. Auch die "Hard-to-Abate-Sektor"-

Diskussion sei nicht zielführend. Beidl betont vielmehr: " Wirksamer

Klimaschutz im Einklang mit wirtschaftlicher Stabilität kann ohne

erneuerbare Kraftstoffe nicht gelingen. "

Zwtl.: Technologieoffenheit statt Verbote

Einen Technologiepfad festzulegen, bedeutet, dass man sich von

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technischem Fortschritt abkoppelt. " Innovation bedeutet Wohlstand.

Technologieverbote verhindern Innovation und schaden damit uns allen

", stellt Christian Holzhauser, Obmann der Sparte Transport und

Verkehr der Wirtschaftskammer Wien, klar. Wolfgang Böhm,

Fachgruppenobmann der Transporteure in der Wirtschaftskammer Wien,

ergänzt: " In der Transportwirtschaft zählen Pünktlichkeit und

Effizienz. Die erreichen wir nur, wenn wir die besten Lösungen nutzen

dürfen - dafür brauchen wir Technologieoffenheit und keine Verbote. "

Jürgen Roth, Präsident der eFuel Alliance Österreich,

unterstreicht die Bedeutung eines breiten Ansatzes: " Es fahren

gerade einige Züge aus dem Bahnhof, die sollte die EU nicht

verpassen. Nichtfossile Kraftstoffe sind ein Schlüssel zur

Verminderung der Abhängigkeit von Erdölimporten und haben am meisten

Reduktionspotenzial. Für ein Land wie Österreich, das schneller als

die anderen klimaneutral werden will (2040 statt 2050), sind diese

innovativen Kraftstoffe ein Muss. " Deutschland hat den Weg zu eFuels

bereits eingeschlagen, bis 2030 sollen allein für den Straßenverkehr

670 Millionen Liter bereitgestellt werden. China macht sich auf den

Weg, um den Verbrenner neu zu erfinden, in hocheffizienten

klimaneutralen gewichtsreduzierten Motoren mit elektrischem Antrieb

und Verbrenner.

Zwtl.: Industrie fordert mehrgleisige Transformationspfade

Auch aus Sicht der Industrie ist eine Nachjustierung notwendig.

Für Maximilian Schwenke von der BMW Group München läuft das aktuelle

Automotiv-Paket "faktisch auf ein Verbrennerverbot hinaus - lediglich

versehen mit kosmetischen Korrekturen". Die Vorschläge der Kommission

würden die realen Rahmenbedingungen von Markt, Infrastruktur und

globalem Wettbewerb nicht ausreichend berücksichtigen. Für eine

erfolgreiche Transformation brauche es ein breiteres Instrumentarium.

" Erneuerbare Kraftstoffe sind ein unverzichtbarer Hebel - nicht nur

für Neufahrzeuge, sondern vor allem auch für die bestehende

Fahrzeugflotte ", so Schwenke. Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit

seien kein Widerspruch, wenn Regulierung technologieoffen gestaltet

werde.

Zwtl.: Versorgungssicherheit und Resilienz sprechen auch für eFuels

Neben Klimaschutz und Industriepolitik gewinnt ein weiterer

Aspekt zunehmend an Bedeutung: Die Energie- und Versorgungssicherheit

Europas. eFuels könnten hier eine strategische Rolle spielen - etwa

als Absicherung gegen drohende Engpässe bei Erdöllieferungen. Stephan

Schwarzer, Generalsekretär der eFuel Alliance Österreich und Dozent

an der Wirtschaftsuniversität Wien mit Schwerpunkt Umwelt- und

Klimarecht, hebt hervor: " Eine nachhaltige Energie- und

Mobilitätsstrategie muss immer auch geopolitische Risiken

berücksichtigen. Europa braucht Lösungen, die nicht nur

klimaverträglich, sondern auch krisenfest und global skalierbar sind.

Wir begrüßen, dass Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer eine

Importstrategie mit Schwerpunkt Wasserstoff und eFuels angekündigt

hat. Wenn wir schon importierten müssen, dann bitte diversifiziert

und nichtfossil. "

Zwtl.: Europa muss Risiken balancieren

Die europäische Automobilindustrie steht unter massivem Druck.

Zwischen verschärften Klimavorgaben, globalem Wettbewerb und

strukturellem Wandel drohen weitere Standortverluste. " Es geht

darum, global wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig die

Klimaziele zu erreichen ", betont Hans Jürgen Salmhofer aus dem

Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. Das

Automotiv-Paket könne dafür wichtige Impulse setzen.

Roman Haider, FPÖ-Abgeordneter zum Europäischen Parlament,

fordert ebenfalls ein rasches Umdenken: " Solange der Green Deal und

das Netto-Null-Ziel den politischen Kompass bestimmen, bekämpfen wir

Symptome statt Ursachen - und treiben Europas Wirtschaft sehenden

Auges in die Sackgasse. " MEP Jens Gieseke (EPV) und Berichterstatter

des Europäischen Parlaments begrüßt das Tätigwerden der Kommission,

sieht aber erheblichen Verbesserungsbedarf. Auch er fordert echte

Technologieoffenheit und Verzicht auf kleinteilige Einschränkungen. "

Es brauche Regeln, die in der Praxis umsetzbar sind. Alles andere

schwäche den heimischen Standort und helfe dem ausländischen

Mitbewerb. "Der Gesetzgeber hat auf den Kunden vergessen. Jeder Kunde

hat eigene Bedürfnisse, und nicht für alle sind E-Autos die beste

Lösung ", sagt der Vorsitzende der Automobilimporteure und stv.

Obmann des Fahrzeughandels in der WKÖ Günther Kerle.

Stephan Schwarzer warnt vor einem weiteren Zeitverlust und

fordert entschlossenes Handeln: " Die EU muss jetzt rasch Eckpflöcke

einschlagen, um weiteren Schaden abzuwenden, Arbeitsplätze zu sichern

und gleichzeitig wirksamen Klimaschutz voranzubringen. Hätten wir vor

zehn Jahren begonnen, in eFuels zu investieren, stünde Europa

angesichts der drohenden Sperre wichtiger Handelswege wesentlich

besser da. "

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service

sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

eFuel Alliance Österreich

Dr. Stephan Schwarzer

Telefon: 0664/3818826

E-Mail: s.schwarzer@efuel-alliance.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/34625/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER

INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0120 2026-05-07/12:23


                                                                                                                        

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